Stubenreinheit
Stubenreinheit: so wie Kinder nicht standardisiert aus den Windeln kommen, so wird nicht jeder Welpe exakt zum Zeitpunkt X stubenrein. Auch hier spielen Vorerfahrungen eine große Rolle, hat der Welpe schon gelernt, sich nicht überall im Haus zu lösen? Wurde ihm eventuell eine Ecke mit Zeitungspapier geboten oder ein Katzenklo? Vielleicht wurde der Welpe immer auf Zeitung gesetzt, dann bieten Sie ihm doch anfangs eine Zeitung vor der Türe, dann einen Meter von der Türe im Gras und dann nur mehr Gras. Wenn Sie über die Vorerfahrungen Bescheid wissen, nutzen Sie diese. Stellen Sie z.B. das Katzenklo in die Nähe der Ausgangstüre und stellen Sie so eine zunehmende Assoziation her, die da wäre: „wenn ich raus muss, geh ich Richtung Türe, schaff ich es nicht mehr rechtzeitig raus, nehm ich das Katzenklo“. Hunde sind von Natur aus darauf ausgerichtet, ihre Wohlfühlzone also z.B. Ihr Wohnzimmer nicht zu verunreinigen, sie lösen sich daher lieber nicht in direkter Umgebung Ihrer Decke oder Ihrer Couch, je nachdem, welche Plätze Sie Ihrem Welpen vorstellen. Denken Sie bitte immer daran: Sie sind verantwortlich dafür, dass der Welpe die Möglichkeit hat, Dinge richtig zu machen und Welpen haben eine sehr kleine Blase mit geringer Speicherkapazität, also bringen Sie den Welpen bitte anfangs alle zwei Stunden und nach jedem Spiel oder Schläfchen nach draußen! Loben Sie ihn überschwänglich, wenn er sich löst und belohnen Sie ihn. Bauen Sie hier schon ein Signalwort ein; wenn der Welpe sich hinhockt, um sich zu lösen, sagen Sie, was Ihnen dazu einfällt und möglichst etwas, das sie später auch noch verwenden können. Dem Welpen ist es egal, ob Sie es „lulli“, „gassi“ oder „lacki“ nennen, Sie können es auch „Hüpfburg“ nennen, wichtig ist nur, dass Sie ein Signal aufbauen und dabei bleiben.
Wenn dem Welpen ein Missgeschick passiert, strafen Sie ihn bitte keinesfalls und hinterfragen Sie lieber, ob nicht Sie die Zeit übersehen haben. Loben und bemitleiden ist auch keine gute Option, daher bietet sich kommentarloses Entfernen der Hinterlassenschaft an. Sie fragen sich, warum Sie nicht schimpfen sollen, denn wie soll der Welpe sonst lernen, dass er sich draußen lösen soll? Er lernt es, indem Sie alles oben genannte konsequent tun und niemals an Lob sparen, wenn der Welpe draußen sein Geschäft verrichtet. Der Welpe ist erst dabei zu lernen, dass „sich Lösen“ einen Zusammenhang mit „vor die Türe gehen“ hat, bis diese Verbindung hergestellt ist, wäre jegliche Bestrafung nicht nur sinnlos, sondern auch sehr unfair! Und da Sie ja sicher möchten, dass Ihr Welpe Sie als vertrauenswürdigen Helden wahrnimmt, müssen Sie fair bleiben. Wenn der Welpe nach mehreren Wochen sicher gelernt hat, dass er sich nur draußen lösen soll, und er wässert Ihren Parkettboden, weil Sie gerade nicht auf seine Spielaufforderung reagiert haben, dann können Sie schon mitteilen, dass Sie das jetzt nicht so toll finden und ihn umgehend nach draußen befördern, aber auch nur wenn Sie sicher sein können, dass sie erst vor einer halben Stunden mit ihm draußen waren und er nicht gerade einen halben Liter Wasser getrunken hat.








