Zecken das ganze Jahr? Warum der Herbst gefährlicher wird

Ihr kommt von einer langen Runde durch den bunten Herbstwald zurück, und am Abend krabbelt eine Zecke durchs Fell deines Hundes. Mitten im Herbst? Ja, und das ist längst keine Ausnahme mehr. Eine aktuelle Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 beschreibt, wie die globale Erwärmung Zecken in bisher zeckenfreie Regionen vordringen lässt und ihre aktive Saison deutlich verlängert. Zecken beim Hund im Herbst gehören damit zum Alltag: Die Spinnentiere sind bis in den späten Herbst aktiv und in milden Wintern auch. Eine Winterpause beim Zeckenschutz gibt es deshalb nicht mehr. Dein Hund braucht das ganze Jahr über Schutz, und nach jedem Spaziergang suchst du ihn gründlich ab.

📋 Auf einen Blick:

  • Die Temperatur an der Landoberfläche ist weltweit um 1,5 °C gestiegen. Das verändert den Lebenszyklus wechselwarmer (ektothermer) Parasiten stark.
  • Durch den Klimawandel breitet sich der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) in höhere Lagen der Alpenregion aus.
  • Neue, wärmeliebende Arten wie Hyalomma marginatum siedeln sich zunehmend in Südeuropa an.
  • Die Zeckensaison reicht heute weit in den Herbst und in milde Winter hinein.
  • Damit dein Hund das Absuchen gelassen mitmacht, baust du es mit Medical Training in kleinen Schritten auf: ohne Zwang und in seinem Tempo.

Warum Zecken vom Klimawandel profitieren

Das Klima beeinflusst alle Lebewesen: direkt, weil es Überleben, Wachstum, Fortpflanzung und Verhalten steuert, und indirekt über Lebensraum und Nahrungsangebot. Zecken trifft das besonders: Sie sind wechselwarm (ektotherm) und reagieren deshalb sehr empfindlich auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag. Den größten Teil ihres Lebens verbringen sie frei in der Umwelt, wo sie dem Wetter fast schutzlos ausgeliefert sind. Weltweit ist die Temperatur an der Landoberfläche seit der vorindustriellen Zeit um 1,5 °C gestiegen, angetrieben durch Treibhausgase und die Nutzung fossiler Brennstoffe. Das hat das Zusammenspiel von Zecke, Wirt und Krankheitserreger deutlich verändert.

Diese Verschiebungen wirken sich direkt darauf aus, wie gut Zecken Erreger übertragen (Vektorkompetenz), wie sie sich verhalten und welche Wirte sie finden. Dadurch verschieben sich auch die Verbreitungsgebiete, die bevorzugten Wirte und die Häufigkeit von Krankheiten, die Zecken übertragen, vor allem auf der Nordhalbkugel. Dabei sind nicht alle Zeckenarten gleich stark betroffen. Exophile Zecken, die draußen in der Vegetation auf einen Wirt lauern, reagieren stärker auf Klimaveränderungen als nidikole Zecken, die vor allem in Nestern oder Höhlen leben. Auch Zecken, die im Lauf ihres Lebens zwei oder drei Wirte brauchen, sind klimaempfindlicher als Arten mit nur einem Wirt.

💡 Wichtig:

Allerdings beeinflussen auch andere menschengemachte Faktoren, wie sich Krankheiten durch Zecken ausbreiten. Den reinen Klimaeffekt herauszurechnen, ist für die Forschung deshalb oft schwierig. Sie kombiniert dafür mehrere Fachrichtungen: ökologische Modelle, molekulare Untersuchungen und laufende Überwachung. Nur so lassen sich die Trends klar erkennen und die Risiken besser in den Griff bekommen.

Für dich und deinen Hund heißt das: Was vor zwanzig Jahren beim Zeckenschutz gereicht hat, reicht heute oft nicht mehr. Zeckenschutz braucht einen neuen Plan, der auf aktuellen Fakten beruht und bei dem die Sicherheit und das Wohlbefinden deines Hundes im Mittelpunkt stehen.

🔬 Was die Wissenschaft sagt

Studie: Eine Übersichtsarbeit von Nuttall (2021) zeigt an gut dokumentierten Beispielen, wie sich Zecken mit steigenden Temperaturen ausbreiten. In Kanada etwa rückte Ixodes scapularis in den letzten 30 Jahren weiter vor, während die Temperatur an der Landoberfläche um 2 bis 3 °C stieg. In Europa zeigt sich ein ähnliches Bild: Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) rückt in Nordeuropa weiter nach Norden vor. In Mitteleuropa und im Alpenraum erobert er höhere Lagen, die früher zu kalt für ihn waren. Gleichzeitig siedeln sich über wandernde Wirtstiere wie Vögel wärmeliebende Arten an, etwa Hyalomma marginatum in Südeuropa und Haemaphysalis longicornis in den USA.

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Zecken beim Hund im Herbst: Die unterschätzte Gefahr im bunten Laub

Lange galt die Faustregel: Zecken gibt es im Frühling und im Sommer. Mit dem ersten Bodenfrost im Herbst fühlten sich viele Hundemenschen auf der sicheren Seite. Die aktuellen Klimadaten zeigen aber, dass das so nicht mehr stimmt. Die aktiven Phasen der Zecken haben sich stark verschoben. Die Herbste sind milder geworden, und auch im Winter gibt es seltener lange Frostperioden. So können Zecken bis weit in den späten Herbst und sogar an milden Wintertagen nach einem Wirt suchen.

Besonders wohl fühlen sich Zecken in den Übergangszeiten, wenn die Luft feucht ist und die Temperaturen mild bleiben. Das Herbstlaub am Waldboden bildet dazu ein eigenes kleines Klima, das sie vor starken Temperaturschwankungen schützt. Schnüffelt dein Hund mit der Nase am Boden durchs raschelnde Laub, kommt er dabei leichter mit Zecken in Kontakt. Wenn du diese Zusammenhänge kennst, kannst du ihn vorausschauend begleiten.

🎓 Tipp von Bianca:

Das Absuchen gehört deshalb nicht nur nach dem großen Waldspaziergang dazu. Am besten wird es zu einer festen, entspannten Routine in eurem Alltag. Mit Medical Training in kleinen Schritten lernt dein Hund, Berührungen am ganzen Körper zuzulassen, ohne in Stress zu geraten. Belohnst du jeden kleinen Fortschritt, wird aus der lästigen Pflicht ein angenehmer gemeinsamer Moment.

Auch im Herbst an Zeckenschutz zu denken, heißt nicht, Spaziergänge in der Natur zu meiden. Es heißt, sie mit dem richtigen Wissen sicherer zu machen. Wenn du die Körpersprache deines Hundes lesen kannst und ihr einander vertraut, läuft auch das Absuchen nach dem Spaziergang entspannt ab. Möchtest du dabei Unterstützung, kannst du diese Handgriffe in unserer Online-Hundeschule Schritt für Schritt von zu Hause aus aufbauen.

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Neue Zeckenarten und veränderte Lebensräume in Europa

Die Aufzeichnungen der letzten Jahrzehnte zeigen deutlich, wie sich Zecken ausbreiten. Mit dem veränderten Klima tragen wandernde Wirtstiere, vor allem Vögel, Zecken und die Erreger, die sie übertragen (TTBPs), in neue Gebiete. In Teilen Europas und Nordamerikas, die früher nicht betroffen waren, siedeln sie sich inzwischen fest an. Ein gutes Beispiel ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus): Er rückt in Nordeuropa vor und wandert in Mitteleuropa und im gesamten Alpenraum in höhere Lagen. Diese Ausbreitung geht Hand in Hand mit steigenden Durchschnittstemperaturen.

Gleichzeitig verändert sich, welche Arten wo vorkommen. Hitzetolerantere Formen nehmen zu, in Afrika zum Beispiel bei Rhipicephalus microplus. Für Europa besonders wichtig: Exotische Arten wie Hyalomma marginatum etablieren sich in Südeuropa. Das Ökosystem reagiert also laufend auf den Klimawandel. Für dich als Hundemensch heißt das: Die Bedingungen draußen haben sich verändert, und dein Wissen sollte mitwachsen.

Faktor Früher (vor ca. 30-50 Jahren) Heute (durch den Klimawandel)
Zeckensaison Vor allem Frühling und Sommer Bis in den Herbst und in milde Winter
Alpenregion / Höhenlagen Ab einer gewissen Höhe zeckenfrei Ixodes ricinus breitet sich in höhere Lagen aus
Artenvielfalt in Europa Vor allem heimische Arten Wärmeliebende Arten siedeln sich an (z. B. Hyalomma marginatum in Südeuropa)
Globale Landoberflächentemperatur Referenzwert Plus 1,5 °C seit der vorindustriellen Zeit

Wenn du diese Veränderungen kennst, kannst du die Lage im Alltag realistisch einschätzen. Mit einem klaren Ablauf schaffst du Sicherheit für dich und deinen Hund. Und weil sich die Bedingungen draußen weiter verändern, lohnt es sich, dranzubleiben und deinen Zeckenschutz immer wieder anzupassen.

Absuchen ohne Stress: So bleibt dein Hund entspannt

Ist das Absuchen nicht gut aufgebaut, wird es für viele Hunde zur Belastungsprobe. Stell dir vor, dein Hund kommt aufgedreht von einem langen Waldspaziergang heim und wird plötzlich festgehalten und überall abgetastet. Kein Wunder, dass er sich dabei unwohl fühlt. Nach so vielen Eindrücken in der Natur läuft sein Nervensystem ohnehin oft noch auf Hochtouren. Wird er dann zu forsch angefasst, kippt er schnell in Stress und wehrt sich. Darum lohnt es sich, solche Pflegeroutinen so aufzubauen, dass sie zu deinem Hund passen.

Belohnung und ein klarer, vorhersehbarer Ablauf geben deinem Hund Sicherheit. Weiß er, was passiert, und hat er gelernt, dass ihn dabei nichts Unangenehmes erwartet, bleibt sein Stresslevel niedrig. Mit gut durchdachtem Medical Training bereitest du ihn in kleinen Schritten darauf vor, an empfindlichen Stellen wie Pfoten, Ohren oder Bauch berührt zu werden. Das zahlt sich spätestens aus, wenn wirklich eine Zecke raus muss. Deine Ruhe überträgt sich dabei auf ihn. Das ist Setting up for success im Kleinen: Du planst jede Übung so, dass dein Hund sie mit Leichtigkeit schafft, und steigerst erst, wenn er dabei locker bleibt.

„Absuchen darf nie ein Kampf sein. Mensch und Hund machen das gemeinsam. Wir behalten das Stresslevel des Hundes im Blick und bauen das Anfassen in kleinen Schritten mit Belohnung auf. So wird diese Pflegeroutine zu einem Moment, der verbindet, statt Stress zu machen.“

— Bianca Oriana Willen, Gründerin Willenskraft Hundeschule & Akademie

Den Grundstein für entspanntes Anfassen kannst du schon im Welpenalter legen. Wer in einer guten Welpenschule lernt, Pflegeroutinen behutsam und mit Belohnung aufzubauen, hat ein ganzes Hundeleben lang etwas davon. Aber auch erwachsene Hunde können mit geduldigem Training lernen, das Absuchen nach dem Spaziergang gelassen hinzunehmen. Wichtig ist immer: Lies die Signale deines Hundes und mach eine Pause, sobald er sich unwohl fühlt.

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Zecken beim Hund im Herbst vorbeugen: gewaltfrei und mit Plan

Zeckenschutz beginnt, lange bevor ihr aus der Tür geht. Weil die Saison heute auch den Herbst und Teile des Winters umfasst, braucht es ein durchgehendes Management. Dabei geht es nicht nur um das passende Zeckenmittel, das du am besten mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt auswählst. Genauso wichtig sind die Ausrüstung und die Art, wie ihr den Spaziergang gestaltet. Ein entspannter Hund an lockerer Leine und mit gut sitzendem Y-Geschirr lässt sich nach der Runde viel leichter absuchen. Ist er dagegen durch Stress oder unpassende Ausrüstung schon angespannt, etwa nach einem schmerzhaften Ruck am Halsband, wird es deutlich schwieriger.

Ein gut sitzendes Y-Geschirr schont außerdem Halswirbelsäule und Schilddrüse und lässt deinem Hund Bewegungsfreiheit. Kommt er körperlich entspannt aus dem herbstlichen Wald zurück, fällt das Absuchen danach deutlich leichter. An manchen Geschirren kannst du außerdem kleine Lichter oder Reflektoren befestigen. Die sorgen in der dunklen Jahreszeit für mehr Sicherheit, und du behältst deinen Hund auch in der Dämmerung im Blick, bevor er tief ins dichte, zeckenreiche Unterholz abtaucht.

⚠️ Achtung:

Wenn du eine Zecke findest, gilt: niemals mit Gewalt. Deinen Hund grob festzuhalten oder in eine Position zu zwingen, kratzt dauerhaft am Vertrauen zwischen euch. Wird er unruhig, unterbrich, lass euch beide kurz durchatmen und versuch es dann ruhiger und in kleineren Schritten noch einmal.

Auch die Wahl der Spazierwege gehört zur Vorbeugung. Exophile Zecken lauern aktiv in der Vegetation auf einen Wirt und mögen es feucht. Ungemähte Wiesenränder und dichtes Unterholz im Laubwald sind im Herbst deshalb besonders riskant. Wenn du stark bewachsene Wegränder meidest und lieber auf breiteren Wegen bleibst, senkst du das Risiko schon ein Stück. Das gründliche Absuchen danach ersetzt das aber nicht, denn durch das veränderte Klima können Zecken auch dort sitzen, wo man früher sicher war.

Schritt für Schritt: So suchst du deinen Hund richtig ab

Damit dir keine Zecke durchrutscht, gehst du am besten immer gleich vor. Eine feste Routine hilft dir, gründlich zu sein, und deinem Hund, weil er weiß, was kommt. Starte an einem ruhigen Ort, an dem er sich wohlfühlt, zum Beispiel auf seiner Decke. Ein paar sanfte Streicheleinheiten zum Auftakt lösen die Anspannung im Körper. Die Berührungen sollen für ihn so angenehm wie möglich sein.

Arbeite dich dann von vorne nach hinten durch. Besonders gründlich schaust du an den weichen, gut durchbluteten Stellen mit dünner Haut nach, denn die mögen Zecken am liebsten. Streich mit den Fingern langsam gegen den Strich durchs Fell, damit du bis auf die Haut siehst. Bei langem oder sehr dichtem Fell hilft ein feinzinkiger Kamm oder eine spezielle Bürste. Damit erwischst du Zecken, die lose im Fell sitzen und sich noch nicht festgebissen haben.

🎓 Tipp von Bianca:

Achte besonders auf die typischen „Hotspots“: rund um die Ohren (auch innen), Hals, Achseln, die Innenseiten der Oberschenkel, Bauch und die Zwischenräume der Zehen. Dort ist die Haut dünn, und Zecken finden ideale Bedingungen. Kündige Berührungen an empfindlichen Stellen immer mit demselben Wortsignal an, damit dein Hund nicht erschrickt.

Hast du eine Zecke gefunden, bleib ruhig. Entferne sie mit einem passenden, schonenden Hilfsmittel wie einer Zeckenzange oder Zeckenkarte. Greif die Zecke so nah wie möglich an der Haut und zieh sie langsam und gleichmäßig heraus. Danach bekommt dein Hund eine Belohnung für seine Mithilfe. Genau so sieht Training nach dem LIFE-Modell aus („Least Inhibitive, Functionally Effective“): so wenig einschränkend wie möglich und trotzdem wirksam. Dein Hund hält still, weil er gelernt hat, dass ihm nichts passiert, und nicht, weil er festgehalten wird.

Gut vorbereitet durch die Herbstsaison

Der beste Schutz ist, Probleme vorauszusehen. Zecken und die Erreger, die sie übertragen, siedeln sich durch das veränderte Klima zunehmend in Regionen an, die früher nicht betroffen waren. Das ist ein guter Grund, eure Routinen anzupassen. Bereite deinen Hund körperlich und mental auf die Herbstbedingungen vor. Dazu gehört nicht nur das Training fürs Absuchen, sondern auch ein Blick auf seine allgemeine Gesundheit.

Ein gut funktionierendes Immunsystem und eine gesunde Hautbarriere helfen dem Körper, mit Umwelteinflüssen fertigzuwerden. Eine professionelle Ernährungsberatung kann dich dabei unterstützen, damit dein Hund alle Nährstoffe bekommt, die er braucht. Ist er gut versorgt, ist er insgesamt widerstandsfähiger. Auch das gehört zu einem Rundum-Blick auf deinen Hund, der weit über das reine Training hinausgeht.

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Am Ende liegt es an uns Hundemenschen, uns auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Dass sich Ixodes ricinus in höhere Lagen der Alpen ausbreitet und neue Arten auftauchen, verlangt Aufmerksamkeit, aber keine Panik. Geh mit einem klaren Plan vor, trainiere gewaltfrei mit Y-Geschirr und lockerer Leine und mute deinem Hund nicht mehr zu, als er gelassen schafft. Dann könnt ihr auch die feuchteren, kühleren Monate entspannt und sicher draußen genießen. An unseren Standorten findest du Angebote und Kurse in deiner Nähe, die dich gut auf den Alltag mit Hund vorbereiten. Das kann zum Beispiel auch für den Sachkundenachweis wichtig sein.

🎯 Fazit

Der Klimawandel und die gestiegene Temperatur an der Landoberfläche verändern, wo und wie lange Zecken aktiv sind. Zecken beim Hund im Herbst gehören deshalb heute fest auf deine Liste. Die Saison reicht bis in den Winter, und Arten wie Ixodes ricinus erobern in der Alpenregion neue Höhenlagen, die früher zu kühl waren. Dein Hund braucht also das ganze Jahr über Schutz. Das Absuchen nach dem Spaziergang baust du als entspannte Routine auf, bei der er nicht in Stress gerät. Wenn du dich gut informierst und auf gewaltfreie Ausrüstung wie das Y-Geschirr setzt, steht sicheren und schönen Naturerlebnissen zu jeder Jahreszeit nichts im Weg.

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📚 Quellen

  • Alasmari, S. M. N. et al.: „Impact of climate change on the tick-host-pathogen complex: distribution patterns, disease incidence, and host infestation.“ Revista Brasileira de Parasitologia Veterinária, 2025. Online lesen →
  • Nuttall, P. A.: „Climate change impacts on ticks and tick-borne infections.“ Biologia, 2021. Online lesen →
Bianca Oriana Willen

Bianca Oriana Willen

Gründerin Willenskraft Hundeschule & Akademie · CBATI-KSA · Hundeernährungsberaterin

Bianca begleitet seit über 10 Jahren Mensch-Hund-Teams — tierschutzkonform, wissenschaftlich fundiert und nach dem LIFE-Modell. Ihre Hunde Viola und Venice sind immer mit von der Partie.

❓ Häufige Fragen

Warum sind Zecken jetzt auch im Herbst und Winter aktiv? ▼
Weltweit ist die Temperatur an der Landoberfläche um 1,5 °C gestiegen, und damit haben sich die klimatischen Bedingungen verändert. Zecken sind wechselwarm (ektotherm) und reagieren stark auf Temperatur und Feuchtigkeit. Die milderen Herbst- und Wintermonate sind für sie heute warm genug, um auch nach dem Sommer weiter nach einem Wirt zu suchen.
Breiten sich durch den Klimawandel neue Zeckenarten aus? ▼
Ja. Die Forschung beobachtet, dass sich wärmeliebende, exotische Arten in neuen Gebieten ansiedeln. So breitet sich zum Beispiel Hyalomma marginatum zunehmend in Südeuropa aus. Außerdem wandern heimische Arten wie Ixodes ricinus in höhere Lagen der Alpenregion, die früher als zu kalt für diese Parasiten galten.
Wie suche ich meinen Hund nach dem Spaziergang richtig ab? ▼
Geh in Ruhe und immer in derselben Reihenfolge vor, am besten an einem ruhigen Ort, damit dein Hund entspannt bleibt. Streich mit den Fingern gegen den Strich durchs Fell und schau besonders an Stellen mit dünner Haut nach: Achseln, Bauch, Ohren und Zehenzwischenräume. Bau das Absuchen so auf, dass es für deinen Hund eine angenehme Routine wird, mit Pausen und Belohnung.
Was bedeutet es, exophile Zeckenarten zu berücksichtigen? ▼
Exophile Zecken sind Arten, die draußen in der Vegetation aktiv auf einen Wirt warten, etwa in Gräsern, Büschen oder im Herbstlaub. Gerade diese Arten reagieren besonders stark auf Veränderungen bei Temperatur und Niederschlag. Bei Spaziergängen an ungemähten Wiesen und Waldrändern solltest du deshalb besonders aufmerksam sein.
Wie kann ich das Absuchen für meinen Hund stressfrei gestalten? ▼
Am besten klappt es mit Medical Training in kleinen Schritten. Belohne deinen Hund für jede entspannte Reaktion und kündige Berührungen vorher an. Geh immer in derselben Reihenfolge vor und zwing ihn nie in eine Position. So lernt er, dass er sich beim Anfassen sicher fühlen kann, und macht auf Dauer entspannt mit.
Welche Rolle spielt das Equipment beim Waldspaziergang? ▼
Ein gut sitzendes Y-Geschirr und eine lockere Leine tragen viel dazu bei, dass dein Hund entspannt bleibt. Kann er ohne Stress und ohne schmerzhaften Ruck am Halsband durch die Natur gehen, kommt er viel gelassener nach Hause. Das macht das anschließende Absuchen nach Parasiten deutlich leichter.
Spielt die Ernährung eine Rolle bei der Parasitenabwehr? ▼
Ja, zumindest indirekt. Ein gut versorgter Hund hat bessere Voraussetzungen für ein starkes Immunsystem und eine intakte Hautbarriere. Gutes Futter hält Zecken zwar nicht direkt fern, es stärkt aber die allgemeine Widerstandskraft deines Hundes gegenüber Umwelteinflüssen. Eine professionelle Ernährungsberatung kann dich dabei individuell unterstützen.
Wie entferne ich eine gefundene Zecke tierschutzkonform? ▼
Nimm ein passendes Werkzeug wie eine Zeckenzange oder Zeckenkarte. Greif die Zecke direkt an der Haut und zieh sie langsam heraus, ohne sie zu quetschen. Halte deinen Hund dabei nicht mit Gewalt fest. Wird er unruhig, mach eine kurze Pause, lass ihn zur Ruhe kommen und mach erst weiter, wenn er wieder entspannt ist.

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Über die Autorin

Bianca Oriana Willen

Gründerin Hundeschule Willenskraft & Akademie · CBATI-KSA · Hundeernährungsberaterin

Bianca begleitet seit über 10 Jahren Mensch-Hund-Teams – tierschutzkonform, wissenschaftlich fundiert und nach dem LIFE-Modell. Als CBATI-KSA-zertifizierte Trainerin und Gründerin der Willenskraft Akademie bildet sie auch angehende Hundetrainer:innen aus.

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