Entspannte Festtage mit Hund
Smarte Tipps für Weihnachten und Silvester
Giftige Lebensmittel und Pflanzen: Risiken und sichere Alternativen
Gefahren und Herausforderungen zu Weihnachten: Oh du fröhliche – aber bitte sicher oder was Hunde besser nicht anknabbern sollten!
Während der Weihnachtszeit lauern für Hunde viele Gefahren, die oft auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Besonders Lebensmittel und Pflanzen, die für uns Menschen harmlos oder sogar festlich wirken, können für unsere Vierbeiner lebensgefährlich sein.
- Schokolade ist eines der bekanntesten Gefahrenquellen für Hunde. Sie enthält Theobromin, eine Substanz, die Hunde nur sehr langsam abbauen können. Dies kann zu Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Herzrasen und Zittern führen und in schweren Fällen sogar lebensbedrohlich werden. Je dunkler die Schokolade, desto höher der Gehalt an Theobromin – und damit das Risiko.
- Ein weiterer, oft unterschätzter Risikofaktor ist der Zuckeraustauschstoff Xylit, der in vielen Keksen, Süßigkeiten und sogar Zahnpflegeprodukten enthalten ist. Schon kleinste Mengen können bei Hunden eine drastische Insulinausschüttung hervorrufen, was zu einem gefährlichen Abfall des Blutzuckerspiegels führt. Die Folgen reichen von Erbrechen und Krämpfen bis hin zu schweren Leberschäden.
- Auch Rosinen und Weintrauben, die häufig in Weihnachtsgebäck verarbeitet sind, stellen eine erhebliche Gefahr dar. Selbst in kleinen Mengen können sie bei manchen Hunden akutes Nierenversagen auslösen. Die genauen Ursachen sind zwar noch nicht vollständig erforscht, doch die individuelle Toleranzgrenze ist oft erschreckend niedrig.
- Alkohol, der in Punsch, Pralinen oder als Zutat in Saucen vorkommen kann, ist für Hunde ebenfalls gefährlich. Schon geringe Mengen reichen aus, um Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Atemprobleme oder sogar Bewusstlosigkeit hervorzurufen.
Doch nicht nur Lebensmittel bergen Risiken. Viele beliebte Weihnachtsdekorationen bestehen aus Pflanzen, die für Hunde gefährlich sein können.
- Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), eine der am häufigsten verwendeten Pflanzen in der Adventszeit, enthält einen milchigen Pflanzensaft, der reizende Stoffe beinhaltet. Wenn Hunde daran knabbern, kann dies zu Reizungen der Mundschleimhaut, Erbrechen und Durchfall führen.
- Auch die Amaryllis (Hippeastrum), die mit ihren großen, beeindruckenden Blüten ein beliebter Blickfang ist, birgt Gefahren. Sie enthält das Alkaloid Lycorin, das bei Hunden starke Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Besonders die Zwiebel der Pflanze ist hochgiftig und sollte für Hunde unzugänglich sein.
- Mistelzweige (Viscum album), ein romantisches Symbol der Weihnachtszeit, stellen ebenfalls eine erhebliche Gefahr dar. Die Blätter und insbesondere die Beeren enthalten toxische Stoffe wie Viscotoxin und Lektine. Diese können beim Hund zu Erbrechen, Durchfall, vermehrtem Speichelfluss und in größeren Mengen sogar zu Kreislaufproblemen oder Krämpfen führen.
- Auch die Stechpalme (Ilex aquifolium) mit ihren charakteristischen roten Beeren ist problematisch. Sie enthält Saponine und Theobromin, Substanzen, die bei Hunden Magen-Darm-Reizungen, Bauchschmerzen und in hohen Dosen sogar Herz-Kreislauf-Probleme hervorrufen können. Die leuchtend roten Beeren sind besonders verlockend, schon wenige können jedoch ernsthafte Symptome auslösen.
Zusammenfassend ist es wichtig, diese Pflanzen aus der Reichweite von Hunden zu halten oder auf ungiftige Alternativen auszuweichen, um mögliche Vergiftungen zu vermeiden.
Glücklicherweise gibt es viele ungiftige Alternativen, mit denen du dein Zuhause festlich und sicher gestalten kannst. Pflanzen wie Weihnachtskaktus, Grünlilie oder echter Bambus sind nicht nur dekorativ, sondern auch als nicht giftig für deinen Hund eingestuft (das heißt allerdings trotzdem nicht, dass er diese Pflanzen essen sollte). Essbare Deko wie getrocknete Orangenscheiben oder Nüsse in der Schale (außer Macadamia, die giftig ist) sind schöne und sichere Alternativen. Zimtstangen können ebenfalls verwendet werden, sind für Hunde aber nur dann unbedenklich, wenn sie nicht direkt darauf zugreifen können. Bei Zimt ist es außerdem wichtig, auf die richtige Sorte zu achten: Ceylon-Zimt enthält weniger Coumarin als Cassia-Zimt, eine Substanz, die in großen Mengen die Leber belasten kann. In kleinen Mengen ist Zimt jedoch für Hunde ungefährlich. Natürliche Materialien wie Tannenzapfen oder Äste von ungiftigen Bäumen wie Kiefer, Lärche oder Birke können ebenfalls verwendet werden, um eine weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen, ohne die Gesundheit deines Hundes zu gefährden.
Schnelle Übersicht: Gefährliche und sichere Deko-Optionen
- Gefährlich für Hunde
- Schokolade (enthält Theobromin)
- Xylit (in Keksen und Süßigkeiten)
- Rosinen und Weintrauben
- Alkohol
- Weihnachtsstern, Mistelzweige, Stechpalme
- Sichere Deko-Optionen (außer Reichweite des Hundes)
- Getrocknete Orangenscheiben
- Nüsse in der Schale (außer Macadamia, die giftig ist)
- Tannenzapfen, Äste von Kiefer, Lärche oder Birke
- Weihnachtskaktus, Grünlilie, Bambus
- Zimtstangen (nur als Deko und außerhalb der Reichweite des Hundes)
Sicherer Weihnachtsbaum: Schutz für Hund und Deko
Gefahren und Herausforderungen zu Weihnachten: „O Tannenbaum, wie sicher sind deine Zweige?“
Ein Weihnachtsbaum ist ein Highlight der Festdekoration, doch für Hunde kann er einige Gefahren bringen. Von der Stabilität des Baums über die Wahl der Dekoration bis hin zum Baumwasser gibt es einiges zu beachten, um den Vierbeiner zu schützen.
- Gefahren durch instabile Weihnachtsbäume: Ein instabiler Weihnachtsbaum kann schnell zur Gefahr werden. Wenn ein Hund neugierig an den Zweigen schnüffelt, den Baum anspringt oder an Ästen zerrt, kann der Baum umkippen. Die herabfallende Dekoration kann dabei nicht nur kaputtgehen, sondern den Hund auch verletzen – etwa durch scharfe Bruchkanten von Glaskugeln. Um dies zu verhindern, sollte der Baum fest in einem stabilen Ständer stehen. Zusätzliche Sicherung durch eine Wandbefestigung oder eine dünne Schnur, die den Baum stabilisiert, bietet weiteren Schutz.
- Dekoration mit Bedacht wählen: Die richtige Wahl der Dekoration spielt eine entscheidende Rolle, um Unfälle zu vermeiden:
- Glaskugeln: Sie zerbrechen leicht und können durch scharfe Kanten zu Schnittverletzungen führen, wenn der Hund damit spielt oder die Bruchstücke frisst.
- Lametta: Die glänzenden Fäden sind besonders verlockend, können aber beim Verschlucken gefährliche Darmverschlüsse verursachen.
- Echte Kerzen: Offenes Feuer birgt das Risiko von Verbrennungen oder gar Bränden, wenn der Baum versehentlich angestoßen wird.
Tipp: Verwende stattdessen bruchsichere Kugeln aus Kunststoff, Holz- oder Stoffdekorationen. Diese sind nicht nur sicherer, sondern oft auch nachhaltiger und robuster.
- Baumwasser: Viele Weihnachtsbäume stehen in einem Wasserreservoir, um länger frisch zu bleiben. Dieses sogenannte Baumwasser kann jedoch problematisch für Hunde sein.
- Es enthält oft Dünger oder Konservierungsstoffe, die giftig sein können.
- Harz und Schimmelsporen aus dem Baum können bei Hunden Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall auslösen.
Um den Hund vor diesem Risiko zu schützen, sollte der Zugang zum Baumwasser verhindert werden. Decke den Baumständer mit einem engmaschigen Netz oder einer undurchlässigen Plane ab, sodass der Hund nicht ans Wasser gelangen kann. Alternativ kannst du den Baumständer mit einem dekorativen Tuch abdecken, das gleichzeitig optisch ansprechend ist.
- Nachhaltige Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum: Wenn du deinen Hund schützen und gleichzeitig einen Beitrag zur Umwelt leisten möchtest, gibt es viele kreative Alternativen zum traditionellen Weihnachtsbaum. Diese Lösungen sind nicht nur ressourcenschonend, sondern oft auch sicherer für deinen Vierbeiner:
- Holz-Weihnachtsbäume: Minimalistische Weihnachtsbäume aus Holz sind stabil, wiederverwendbar und dekorativ. Sie bestehen aus Latten, die in Baumform angeordnet sind, und lassen sich mit Kugeln, Lichtern oder Stoffbändern schmücken. Da sie keine gefährlichen Stoffe wie Harz oder Dünger enthalten, sind sie eine hundefreundliche Wahl.
- Wanddekoration in Baumform: Für kleine Räume oder Haushalte mit aktiven Hunden bietet sich eine flache Wanddeko an, die einen Weihnachtsbaum stilisiert. Das kann eine Holzplatte, Stoff oder sogar Pappe sein, die mit Lichtern, Kugeln oder Sternen geschmückt wird. Diese Variante ist für Hunde unzugänglich und reduziert das Risiko von Verletzungen oder Unfällen.
- Tannenzweige in einer Vase:Ein einfacher, aber eleganter Ersatz für einen Baum: Mehrere Tannenzweige in einer großen, stabilen Vase arrangieren. Die Vase kann mit Lichtern und Kugeln dekoriert werden, während der Hund keinen direkten Zugang zu den Zweigen hat.
- DIY-Bäume aus Naturmaterialien: Mit etwas Kreativität kannst du deinen eigenen „Baum“ aus Treibholz, Ästen oder Stoffresten basteln. Diese selbstgemachten Alternativen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ein echtes Unikat.
Warum nachhaltige Alternativen?
Diese modernen Varianten sind nicht nur dekorativ und platzsparend, sondern vermeiden auch Gefahren durch umkippende Bäume, Baumwasser oder zerbrechliche Dekorationen. Gleichzeitig schonen sie die Umwelt, da sie oft wieder verwendbar sind und keine Frischbäume gefällt werden müssen.
Stress durch Trubel minimieren
Stille Nacht – auch für deinen Hund
Die Weihnachtszeit bringt oft mehr Trubel ins Haus: Besuche von Freunden und Familie, laute Gespräche und festliche Aktivitäten können für Hunde stressig sein. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du deinem Vierbeiner helfen, sich in dieser aufregenden Zeit sicherer und wohl zu fühlen.
- Klare Regeln für Besucher: Damit alle sicher und entspannt durch die Feiertage kommen, solltest du deinen Gästen freundlich erklären, wie sie sich deinem Hund gegenüber verhalten können. Bitte sie, den Hund nicht ungefragt zu streicheln, um ihn nicht zu bedrängen, und auch nicht ohne Absprache zu füttern, da viele Weihnachtsleckereien für Hunde gefährlich sind.
- Idee: Ein vorbereiteter Gäste-Korb kann helfen, den Hund positiv einzubinden. Dieser Korb enthält Hundespielzeug, Leckerlis, einen Targetstick und kleine Beschäftigungen wie eine Schnüffelmatte oder vorbereitete Futtersuchspiele. Gäste können gezielt etwas daraus nehmen, um dem Hund eine Freude zu machen – aber nur unter Aufsicht eines Erwachsenen, vor allem wenn Kinder oder Hundeunerfahrene Personen dabei sind. So bleibt der Hund beschäftigt und baut gleichzeitig eine positive Beziehung zu den Besuchern auf.
- Rückzugsorte einrichten – Hunde reagieren auf Trubel unterschiedlich: Manche ziehen sich zurück, andere wollen mitten im Geschehen bleiben. Indem du beides ermöglichst, kannst du sicherstellen, dass dein Hund je nach Stimmung frei wählen kann.
- Separates Rückzugszimmer: Richte einen ruhigen Raum ein, in den sich der Hund zurückziehen kann. Dieser sollte mit seinem Lieblingsbettchen, einer weichen Decke, frischem Wasser und ein paar Spielsachen ausgestattet sein. Wenn der Hund besonders gestresst ist, kann auch beruhigende Musik oder ein Schnüffel-Spaß (z. B. ein Handtuch mit den Lieblingsleckerli drinnen versteckt) helfen, ihn zu entspannen.
- Rückzugsort im Gemeinschaftsraum: Wenn dein Hund lieber in der Nähe der Familie bleibt, schaffe ihm einen festen Platz im Raum. Ein Körbchen, eine gemütliche Matte oder eine transportable Box können als geschützter Bereich dienen. Es ist wichtig, dass dieser Platz von allen respektiert wird und der Hund dort ungestört bleiben kann.
Beobachte deinen Hund genau und biete ihm beide Möglichkeiten an. Manche Hunde wechseln je nach Situation zwischen Rückzug und Nähe zur Familie. Indem du flexibel bleibst, hilfst du deinem Hund, sich sicher und wohl zu fühlen.
Mit klaren Regeln für Besucher, einem vorbereiteten Gäste-Korb und gut gestalteten Rückzugsorten kannst du deinem Hund die Möglichkeit geben, den Trubel um ihn herum entspannt zu erleben. Gleichzeitig schaffst du ein harmonisches Miteinander für Mensch und Tier während der Feiertage.
Silvester: Stress minimieren und Ängste bewältigen
Krach-Bumm-Peng: So wird Silvester für deinen Hund entspannter
Eine gute Vorbereitung hilft, Silvester für deinen Hund so stressfrei wie möglich zu gestalten. Nutze frühzeitig bewährte Entspannungsprodukte wie CBD-Öl, Bachblüten oder Entspannungskräutermischungen wie den Relax-Rudi oder den Magenstarken-Maxl. Diese sollten etwa vier bis zwei Wochen vor Silvester eingesetzt werden, damit sich die Wirkung voll entfalten kann.
Für besonders lärmempfindliche Hunde kann es sinnvoll sein, über alternative Unterkünfte nachzudenken. Eine interessante Möglichkeit sind Flughafenhotels. In der Nähe von Flughäfen gelten in der Regel strenge Vorschriften, die das Zünden von Feuerwerk verbieten, um die Sicherheit des Flugverkehrs zu gewährleisten. Das macht die Umgebung ruhig und frei von lauten Knallgeräuschen, die deinen Hund in Panik versetzen könnten. Diese Option bietet sich besonders dann an, wenn dein Hund stark auf Feuerwerkslärm reagiert und du ihm eine ruhige Umgebung schaffen möchtest.
Auch abgelegene Häuschen am Waldrand oder ruhige Tierpensionen im ländlichen Raum können eine gute Wahl sein. Diese Orte sind oft weit genug von Wohngebieten entfernt, sodass der Feuerwerkslärm deutlich leiser ist oder ganz ausbleibt. Wichtig ist, dass du solche Unterkünfte rechtzeitig buchst, da sie gerade in der Silvesterzeit schnell ausgebucht sein können.
So kannst du deinem Hund eine angenehme und stressfreie Alternative zum Lärm des Jahreswechsels bieten.
Geräuschtraining und Desensibilisierung
Knall für Knall entspannter: Geräuschtraining leicht gemacht
Die Gewöhnung an Feuerwerksgeräusche kann deinem Hund helfen, die Knallerei an Silvester gelassener zu ertragen. Der Schlüssel dazu liegt in der Desensibilisierung – einem behutsamen Trainingsprozess, bei dem der Hund schrittweise an die Geräusche gewöhnt wird, die ihn sonst erschrecken würden. Ziel ist es, Stress und Angst vor den Geräuschen durch positive Erfahrungen zu ersetzen.
Beginne das Training in einer ruhigen Umgebung, in der dein Hund sich sicher fühlt. Nutze Geräusch-CDs oder YouTube-Videos, die typische Silvestergeräusche wie Raketen, Knaller oder Feuerwerksfontänen simulieren. Spiele die Geräusche zunächst auf sehr niedriger Lautstärke ab. Achte darauf, dass dein Hund dabei entspannt bleibt. Zeigt er keine Stressanzeichen, belohne ihn mit Leckerlis, lobenden Worten oder einem Spiel. So verknüpft er die Geräusche mit positiven Erlebnissen.
Steigere die Lautstärke schrittweise, aber nur dann, wenn dein Hund weiterhin entspannt bleibt. Wichtig ist, auf das Ausdrucksverhalten deines Hundes zu achten: Entspanntes Verhalten wie Kauen, Spielen oder lockeres Atmen zeigt, dass er das Geräusch gut toleriert. Stresssignale wie Hecheln, Falten in der Stirn oder das hektisches Herumlaufen bedeuten, dass du einen Schritt zurückgehen solltest – zum Beispiel die Lautstärke verringern, eine Pause einlegen und einen Zwischenschritt inkludieren.
Das Tempo des Trainings sollte sich an deinem Hund orientieren. Arbeite stets auf einem Level, bei dem sich dein Hund wohlfühlt, und steigere die Intensität nur dann, wenn der vorherige Schritt sicher gemeistert wurde. Wenn möglich, kombiniere das Training mit Aktivitäten, die deinem Hund Spaß machen, wie einem kleinen Suchspiel oder dem Üben von Tricks.
Die Desensibilisierung ist ein langfristiger Prozess und sollte frühzeitig vor Silvester begonnen werden – idealerweise mehrere Wochen oder Monate vorher. So hat dein Hund genug Zeit, sich an die Geräusche zu gewöhnen, ohne überfordert zu werden.
So wird der Silvesterabend entspannt
Das große Finale
Ein sicherer Rückzugsort kann für deinen Hund an Silvester eine echte Oase der Ruhe sein. Dabei geht es nicht nur darum, einen Ort für den Hund einzurichten, sondern ihm ein Gefühl von Geborgenheit zu geben. Eine gemütliche Box oder ein abgedunkelter Bereich mit seinen Lieblingsdecken und Spielsachen ist ein guter Anfang. Noch wohltuender wird es, wenn du persönliche Elemente hinzufügst, wie ein altes T-Shirt von dir. Dein Geruch kann auf deinen Hund beruhigend wirken und Sicherheit sowie Geborgenheit vermitteln. Auch ein Fell oder speziell warmes Kissen, beispielsweise aus Lammfell, kann zusätzlichen Komfort bieten und den Rückzugsort besonders einladend machen.
Neben dem Rückzugsort spielen Geräusche eine entscheidende Rolle. Ruhige Hintergrundmusik kann die Knallgeräusche von draußen überdecken und eine entspannte Atmosphäre schaffen. Besonders klassische Musik von Bach oder Beethoven hat sich als beruhigend für Hunde erwiesen. Es gibt auch speziell entwickelte Musik für Hunde, die mit bestimmten Frequenzen und Rhythmen arbeitet, um Stress zu lindern. Noch besser: Wähle Musik, die auch dir gefällt, denn deine Entspannung überträgt sich direkt auf deinen Hund. Wenn du keine Musik magst, sind Naturklänge wie sanftes Regenrauschen oder Waldgeräusche ebenfalls eine gute Wahl.
Der Spaziergang vor der Knallerei ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil eines entspannten Silvesterabends. Gehe rechtzeitig raus, bevor die ersten Böller gezündet werden, und achte darauf, deinen Hund doppelt zu sichern. Ein robustes Sicherheitsgeschirr oder ein Geschirr mit zusätzlichem Befestigungspunkt an der Brust, bietet zusätzlichen Schutz. In der Dämmerung sorgen Reflektor-Streifen am Geschirr oder LED-Lichter dafür, dass ihr gut sichtbar seid.
Ein oft übersehener Tipp für Silvester ist die Verwendung von beruhigenden Düften. Ein Diffuser mit Lavendel- oder Kamilleöl kann nicht nur für deinen Hund, sondern auch für dich eine entspannende Atmosphäre schaffen. Wichtig ist, die Öle nur sparsam und niemals direkt auf den Hund anzuwenden.
Mit diesen Maßnahmen kannst du deinem Hund ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe geben, während auch du den Abend entspannt genießen kannst – eine Win-win-Situation für euch beide.
Beschäftigung am Silvester-Abend
Massage und Kauspaß
Beruhigende Massagetechniken wie sanfte Streichungen, Knetungen, Klopfungen oder Vibrationen helfen deinem Hund, sich zu entspannen. Du kannst dabei die bevorzugte Technik ausprobieren, die dein Hund am meisten genießt.
Zusätzlich sind Beschäftigungen eine hervorragende Möglichkeit, Stress abzubauen:
- Schnüffelspaß: Befülle Klopapierrollen mit Leckerlis, verschließe sie an beiden Offnungen durch drehen oder falten und lass deinen Hund auspacken.
- Kauspielzeug: Biete deinem Hund Kausnacks wie Rinderohren, Schweineohren oder Rinder-Räuberei an. Unsere Hunde lieben Pansen-Sticks.
- Gefüllte Kongs und Schleckmatten: Diese bieten langanhaltende Beschäftigung und fördern die Entspannung sowie die mentale Auslastung.
- Wenn dein Hund gerne spielt, nutze sein Lieblingsspielzeug für Spiele wie Zergeln, Bällchen fangen, suchen und bringen oder Versteckspiele. Auch das wiederholen von Lieblingstricks wie „Pfötchen geben“ und „Dreh dich“ oder aber auch die Etablierung neuer hilfreicher Übungen wie „Stopppfiff-Aufbau“ oder „Kooperationssignale“ macht Spaß und stärkt die Bindung.
Ganzheitliche Ansätze für Entspannung
Harmonie unterm Weihnachtsbaum – mit natürlichen Helfern
Für gestresste Hunde gibt es zahlreiche ganzheitliche Methoden, die helfen können, Ruhe und Ausgeglichenheit zu fördern. Von Aromatherapie über Bachblüten bis hin zu Akupressur oder beruhigenden Kleidungsstücken – diese Ansätze unterstützen die Entspannung deines Hundes auf sanfte Weise.
Aromatherapie: Wohlfühldüfte für deinen Hund
Ätherische Öle können eine erstaunlich beruhigende Wirkung auf Hunde haben, wenn sie richtig angewendet werden. Besonders zur Entspannung, beim Stressabbau und in stressigen Situationen wie Silvester eignen sich folgende Düfte:
- Lavendel: Der Klassiker unter den ätherischen Ölen beruhigt und entspannt Hunde ebenso wie Menschen. Es kann helfen, Nervosität und Angst zu reduzieren.
- Kamille: Wirkt ebenfalls entspannend und kann bei unruhigen oder ängstlichen Hunden verwendet werden.
- Ylang-Ylang: Ein süßer, blumiger Duft, der beruhigend wirken kann. Vorsicht: Nur sparsam verwenden, da Ylang-Ylang in hoher Konzentration zu Unwohlsein führen kann.
- Zedernholz: Fördert Ruhe und stärkt das Gefühl von Geborgenheit.
- Vetiver: Ein erdiger Duft, der speziell bei Nervosität und Überreizung helfen kann.
Anwendungsmöglichkeiten:
- Diffuser: Ätherische Öle können über einen Diffuser sanft in den Raum abgegeben werden. So entsteht eine beruhigende Atmosphäre, ohne den Hund direkt zu belasten.
- Raumspray: Ein selbstgemachtes Spray mit einem Tropfen Lavendel- oder Kamillenöl, gemischt mit Wasser, kann in der Nähe von Hundedecken oder in die Umgebung gesprüht werden.
- Tragbares Dufttuch: Ein Tropfen des Öls auf ein Baumwolltuch (z. B. am Halsband oder in der Nähe des Rückzugsortes) kann den Duft kontinuierlich verströmen.
- Aromalampe oder Duftlampe: Eine stimmungsvolle Möglichkeit, ätherische Öle zu nutzen. Unten sorgt ein Teelicht für Wärme, die das Wasser-Öl-Gemisch im oberen Schälchen verdampft und den Duft sanft im Raum verteilt. Achte darauf, die Lampe außerhalb der Reichweite deines Hundes zu platzieren.
Wichtig: Ätherische Öle sollten immer verdünnt und nie direkt auf den Hund aufgetragen werden. Beobachte die Reaktion deines Hundes – nicht jeder Hund reagiert gleich positiv auf Düfte.
Bachblüten
Sanfte Unterstützung aus der Natur
Bachblüten sind eine natürliche Methode, um emotionalen Stress zu reduzieren. Sie wurden in den 1930er Jahren von Dr. Edward Bach entwickelt, einem britischen Arzt, der glaubte, dass Pflanzenessenzen helfen können, emotionale Ungleichgewichte auszugleichen.
Wie funktionieren sie?
Bachblüten werden aus Blütenextrakten hergestellt und zielen darauf ab, bestimmte Emotionen zu beruhigen, wie Angst, Unsicherheit oder Überforderung. Besonders bekannt ist die Rescue Remedy-Mischung, die aus fünf verschiedenen Blüten besteht und speziell für akute Stresssituationen entwickelt wurde.
Empfohlene Blüten für Hunde:
- Rock Rose: Gegen akute Panik und Angst.
- Mimulus: Für Hunde, die vor bestimmten Dingen Angst haben (z. B. Feuerwerk).
- Aspen: Hilft bei unbestimmten Ängsten und allgemeiner Nervosität.
- Cherry Plum: Bei Hunden, die in Stresssituationen die Kontrolle verlieren.
Tipp: Bachblüten sollten frühzeitig vor der Stresssituation angewendet werden, da sie einige Zeit benötigen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Sie können ins Trinkwasser gegeben, direkt ins Maul getropft oder über Leckerlis verabreicht werden.
Sanfter Druck und gezielte Berührungen
Kleidung und Akupressur zur Beruhigung
Sanfter Druck auf den Körper, wie ihn ein Body oder ein Thundershirt ausübt, kann deinem Hund in stressigen Situationen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben. Diese Methode ähnelt der Wirkung einer Umarmung und beruhigt viele Hunde wirksam. In Kombination mit Akupressur, die durch sanften Druck auf spezielle Punkte Entspannung fördert, kannst du deinem Hund eine ganzheitliche Unterstützung bieten.
Das Thundershirt oder der Body schrittweise einführen
Damit das Thundershirt oder der Body nicht selbst zum Stressfaktor wird, ist es wichtig, ihn frühzeitig und schrittweise zu etablieren. So kann dein Hund sich in Ruhe an das Tragen gewöhnen:
- Erster Kontakt: Lass deinen Hund das Shirt oder den Body beschnuppern oder mache ein Suchspiel drumherum.
- Über den Kopf ziehen: Übe das sanfte Über-den-Kopf-Ziehen des Shirts, belohne deinen Hund und zieh es direkt wieder aus (auch das ausziehen gehört zur Übung).
- Beine anheben: Wenn der Body für die Vorder- und Hinterbeine gedacht ist, übe das Anheben der Beine und das Hindurchführen, ohne den Body ganz anzuziehen.
- Verschlüsse üben: Hat der Body Klettverschlüsse oder Knöpfe, kannst du zunächst das Geräusch des Klettverschlusses oder das Öffnen und Schließen der Knöpfe mit Leckerlis verknüpfen, damit dein Hund sich nicht erschrickt.
- Kurzzeitiges Tragen: Sobald dein Hund mit den einzelnen Schritten vertraut ist, kannst du das Shirt vollständig anlegen. Lass es ihn zunächst nur wenige Minuten tragen. Ihr könnt dabei etwas spielen, trainieren oder einfach entspannen.
- Tragedauer steigern: Verlängere die Zeit schrittweise und nutze das Shirt schließlich in stressigen Situationen wie bei Gewitter oder Silvester, wenn dein Hund sich damit wohl fühlt.
Akupressur, eine Technik aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, ergänzt den Einsatz von Thundershirt oder Body perfekt. Sie wirkt direkt auf das Nervensystem und fördert Entspannung. Hier sind drei Punkte, die leicht zu finden und anzuwenden sind:
- Hinter den Ohren: Der Bereich direkt hinter den Ohren, auch als „Gallenblasenpunkt“ bekannt, ist besonders empfindlich und eignet sich ideal zur Beruhigung. Sanfte Kreisbewegungen mit deinem Daumen reichen aus.
- Zwischen den Augen: Der Punkt „Yin Tang“, direkt zwischen den Augen, wird oft als entspannend empfunden. Drücke sanft mit einem Finger oder streiche in kleinen, langsamen Bewegungen über diese Stelle.
- Pfotenballen: Die Ballen der Vorderpfoten sind ein weiterer beruhigender Bereich. Übe leichten Druck auf die Ballen aus oder massiere sie in sanften Kreisen.
Wende die Akupressur in einer ruhigen Umgebung an, in der dein Hund entspannt ist. Die Kombination aus Shirt und Akupressur kann besonders wirkungsvoll sein, da beide Methoden auf unterschiedliche Weise Sicherheit und Ruhe vermitteln. Indem du diese beiden Techniken kombinierst, gibst du deinem Hund eine ganzheitliche Unterstützung, die Körper und Geist beruhigt – perfekt für stressige Momente wie Silvester.
Last but not Least
Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen
Um deinen Hund bestmöglich auf Silvester vorzubereiten, sind ein paar zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen unerlässlich – ein durchdachter Notfallplan für eine stressfreie Silvesternacht gehört unbedingt dazu. Sie helfen, Risiken zu minimieren und sorgen dafür, dass dein Hund im Notfall schnell zu dir zurückgebracht werden kann.
Ein GPS-Tracker am Halsband oder Hundegeschirr bietet eine wertvolle Absicherung. Sollte dein Hund vor lauter Angst entlaufen, kannst du ihn in Echtzeit orten. Gerade bei lärmempfindlichen Hunden gibt dir das zusätzliche Sicherheit.
Ebenso wichtig ist die Überprüfung von Mikrochip und Hundemarke. Der Mikrochip muss mit deinen aktuellen Kontaktdaten in einer Heimtierdatenbank registriert sein, da er sonst keine Hilfe bietet. Kontrolliere, ob deine Telefonnummer und Adresse in der Datenbank hinterlegt und aktuell sind – das ist essenziell, damit du kontaktiert werden kannst, wenn dein Hund gefunden wird. Auch die Hundemarke sollte gut lesbar und mit einer Telefonnummer versehen sein.
Wenn dein Hund extrem auf Lärm reagiert, kann eine tierärztliche Unterstützung sinnvoll sein. Beruhigungsmittel, die speziell für Hunde entwickelt wurden, können in Ausnahmefällen helfen. Diese sollten jedoch nur in Rücksprache mit dem Tierarzt eingesetzt werden, der die richtige Dosierung und das passende Präparat für den individuellen Hund bestimmt. Wichtig: Gib deinem Hund keine menschliche Medikamente, da diese für Hunde gefährlich oder sogar tödlich sein können.
Mit diesen Maßnahmen sorgst du dafür, dass dein Hund sicher und geschützt ist – selbst in den aufregendsten Momenten des Jahres.
Angebote der Hundeschule Willenskraft und Akademie
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Hast du Fragen zur Vorbereitung auf Silvester oder möchtest du deinen Hund besser auf stressige Situationen wie Feuerwerk vorbereiten? Wir stehen dir und deinem Vierbeiner zur Seite! Egal ob du aus der Steiermark, Kärnten, dem Burgenland, Niederösterreich, Wien oder von weiter weg bist – wir sind für dich und deinen Hund da, sowohl persönlich als auch online.
Mit unserem vielseitigen Angebot unterstützen wir dich dabei, die Bedürfnisse deines Hundes zu verstehen und gemeinsam entspannte Lösungen zu finden. Zusätzlich haben wir enge Verbindungen zu erfahrenen Tierärztinnen, falls du in besonders schwierigen Fällen fachlichen Rat benötigst.
Wir freuen uns darauf, dich und deinen Hund auf eurem Weg zu begleiten – melde dich einfach bei uns! Gemeinsam sorgen wir für entspannte Feiertage.
Ergänzende Ressourcen: E-Books der Hundeschule Willenskraft und Akademie
Willenskraft Schatztruhe
Neben den Angeboten der Hundeschule Willenskraft stehen dir auch digitale Ressourcen wie E-Books und Affirmationskarten zur Verfügung. Das neue Booklet „Junghunde mit Willenskraft“ bietet wertvolle Tipps für die Entwicklungsphase deines jungen Hundes, während die Affirmationskarten inspirierende Impulse für eine positive Beziehung zwischen Mensch und Hund liefern. Entdecke diese und weitere Ressourcen in der Willenskraft Schatztruhe und bereichere deinen Alltag mit fundiertem Wissen und motivierenden Impulsen!

Läufigkeit bei der Hündin: Phasen, Dauer & Verhalten

































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